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Unter den lateinischen Dichtern des italienischen Quattrocento fand der Grieche Michael Marullus (1453-1500), zugleich Söldner und Poet, in den Kulturzentren Neapel, Rom und Florenz eine Heimat und nimmt literarisch doch eine Sonderstellung ein. In seinen lyrischen Gedichten überrascht er durch originelle, schon conceptualistische Zuspitzung der Darstellung. Der Versuch seiner berühmten Hymni Naturales, durch Hymnen auf antike Gottheiten ein neuzeitliches Weltverständnis auszudrücken, fasziniert noch seine modernen Leser. Von Anfang an hat Marullus' Art ebenso Widerspruch wie Zustimmung herausgefordert, wie an mehreren Rezeptionsstudien - von Erasmus von Rotterdam über Ariost und Du Bellay bis Jakob Balde und zur Wiederentdeckung durch Benedetto Croce - veranschaulicht wird. Die hier versammelten Beiträge suchen Marullus durch zweisprachige Textwiedergabe mit Stellenkommentar - z.B. seines Fürstenspiegels Institutiones Principales - zugänglicher zu machen.
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