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Die tiefgreifenden Innovationen der modernen Kommunikationstechnologien haben ein vermehrtes Nachdenken über die Leistungen einer medienanthropologischen Perspektive im weiten Umfang der historisch ausgerichteten Kulturwissenschaften ausgelöst.In diesem Rahmen hat sich auch die Sicht auf die Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, die von großen medialen Umbrüchen geprägt ist, verändert. Die medientheoretische Fragestellung, die Diskussion und die Übergänge und die wechselseitigen Modifikationen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, Manuskriptkultur und Buchdruck, scheint gerade für die Wissenschaft vom Mittelalter besonders fruchtbar zu sein. Dabei wächst die Einsicht, daß die Anfänge der volkssprachlichen Dichtung im Kontext einer schriftgestützten Memorialkultur (performance culture) zu deuten sind, die durch die Stimme und die körpergebundene Aufführung geprägt bleibt. Der vorliegende Band befaßt sich mit körper- und schriftgebundener Kommunikation: Botschaften und Briefe sind Repräsentation des Gespräches, in denen der Sprecher seinen Ansprechpartner nur medial vermittelt erreicht. Die Literarisierung dieser Konstellationen, ihrer poetologischen Ausprägungen und Konsequenzen sind Thema dieses Bandes.
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