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Die Erwerbstätigkeit von Frauen ist selbstverständlich geworden. Trotzdem verdienen Frauen im Durchschnitt 30% weniger als Männer. Arbeitsmarktanalysen deuten auf eine systematische Diskriminierung von Frauen hin. Mehr als 15% der erwerbstätigen Frauen erhalten selbst bei Vollzeitbeschäftigung nur Niedriglöhne, die keine angemessene Existenzsicherung gewährleisten. Der vorliegende Band belegt überzeugend, daß die Rechtsordnung der Bundesrepublik zwar normative Lohngerechtigkeit postuliert, das geltende Recht für deren Umsetzung aber unzureichend ist. Weder das Tarifsystem, die Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen, das Lohngleichheitsgebot noch das allgemeine Zivilrecht bieten Frauen ausreichenden Rechtsschutz, um Lohngerechtigkeit und den Anspruch auf ein existenzsicherndes Erwerbseinkommen durchsetzen zu können. Vor dem Hintergrund dieser Arbeitsmarktanalysen und der Erfahrungen mit einem gesetzlichen Mindestlohn in anderen Ländern wird ein für die Bundesrepublik taugliches Modell entworfen, das dem Niedriglohnproblem entgegenwirkt, ohne dabei an verfassungsrechtlichen Grundsätzen zu scheitern.
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