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Mit Stichworten wie Immersion, Intensität oder Präsenz etabliert sich in den Text- und Bildwissenschaften ein neuer Fragehorizont, der Sinnzuweisung und Sinneswahrnehmung nicht länger in ein Oppositionsverhältnis stellt. Die Beobachtung des Zusammenspiels von medialer Oberfläche und ihrer Aktualisierung im Blick auf das Bild oder in der lesenden oder hörenden Rezeption eines Textes rücken dabei in den Vordergrund. Die Studie von Christina Lechtermann setzt hier an und fragt nach der Historisierung und Spezifizierung des Präsenzbegriffes für die höfische Kultur und Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts. Ausgehend von der Zusammenschau zeitgenössischer Wahrnehmungs- und Imaginationstheorien, zielt die Untersuchung auf die Momente sprachlicher Darstellungen ab, die in besonderer Weise auf einen Respons ihrer Rezipienten hin ausgerichtet sind. Sie bestimmt ihr Zusammenspiel als ,Dazwischen' das einerseits durch die doppelte Verkörperung eines Textes in Stimme und Vorstellung des Rezipienten konturiert ist, und andererseits durch die narrativen Strategien der Texte geprägt ist. In verschiedenen exemplarischen Lektüren (u.a. anhand des "Tristan", des "Willehalm", des "Titurel" und des "Jüngerer Titurel" sowie des "Eneasroman", "Erec" und "Iwein") wird diese These entwickelt und anschaulich gemacht.
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