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Der Westen protzt. Der Westen stellt sich in Frage. Einerseits EU-Schulterschluss im Angesicht des Ukrainekrieges. Selbstzweifel, Selbstkritik und Selbstdementierung auf der anderen Seite. Zur europaisch-nordamerikanisch-westlichen Praxis gehort eben nicht nur die Erfindung der Demokratie und der Menschenrechte, nicht nur die Idee der Gleichheit der Menschen und die Idee pluralistischer Ordnungen, der Gewaltenteilung und des vernunftigen Interessenausgleichs, sondern auch seine radikale Dementierung. Kolonialismus, Faschismus und Nationalsozialismus, Imperialismus und Rassismus sind ohne Zweifel keine nicht-westlichen, keine nicht-modernen Erscheinungen. Sie gehoren konstitutiv zur westlichen Moderne dazu. Das Kursbuch 211 stellt sich dieser Ambivalenz auf vielfaltigste Weise. Eine besondere Form des Antagonismus zwischen einem angegriffenen Westen und seinen Feinden erzahlt Rasha Khayat in ihrem Beitrag. Wie 9/11 nicht nur Zwillingsturme in Manhattan zum Einsturz brachte, sondern auch andere, erzahlt sie an drei Septembern 1988, 2001 und 2002 - sehr bedruckend.