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"e;Othello"e; war schon bei seiner Urauffuhrung 1604 ein groer Erfolg und gehort bis heute zu den beliebtesten Stucken Shakespeares. Wie kein anderes ruft es beim Zuschauer spontane Reaktionen hervor. Jagos Auftritte sind in der Vergangenheit oft mit Zischen lauten Protesten und gar mit direkten, an Othello gerichteten Warnrufen begleitet worden. Immerhin ist das Publikum heute bereit, die schauspielerische Leistung des Jago-Darstellers am Schluss mit Beifall zu honorieren. Dieser gewandelten Einstellung der Zuschauer entsprechen auch veranderte Inszenierungen und literaturkritische Bewertungen. Wir sehen in "e;Othello"e; Bezuge, die Shakespeares Zeitgenossen aufgrund eines vollig anderen Weltbildes entgingen. "e;Othello"e; ist eine Familientragodie, in der es aber nicht nur um private Dinge wie Vertrauen oder Misstrauen geht, sondern auch um das Spannungsfeld von Individualitat und gesellschaftlichen Erwartungen und Normen und nicht zuletzt um die pragende Kraft von Rollenbildern. Die sogenannte Schlegel-Tieck-bersetzung, zu der August Wilhelm Schlegel und - unter Mitbersetzer- und Herausgeberschaft von Ludwig Tieck - auch Dorothea Tieck und Wolf Heinrich Graf Baudissin beigetragen haben, ist im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem eigenstndigen deutschen Klassiker geworden. Indem sich die bersetzer der Literatursprache der deutschen Klassik im Gefolge Goethes und Schillers bedienten, schufen sie ein poetisches bersetzungswerk von groer sprachlicher Geschlossenheit und weitreichender Wirkung. - Text in neuer Rechtschreibung.