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Eines Morgens war es einfach da. Es ist ungebeten in meine Lebenswelt eingedrungen - das schwarz-gelbe Zeichen der Identitaren. Es klebte dort, wo ich sonst immer mein Fahrrad anschliee. Seither jeden Morgen diegleiche Erinnerung: Wir leben in einer gefhrdeten Welt. Unsere offene Gesellschaft ist bedroht - und zwar nicht nur von rechten Hipstern wie den sogenannten 'Identitren', die sich mit ihrem intellektuell aufgemotztenRassismus als die 'auerparlamentarische Opposition' des 21. Jahrhunderts gerieren, sondern inzwischen auch von gewhlten Volksvertreterinnen und Volksvertretern, fr die es zwischen rechtem Populismus und Rechtsextremismus keine Grenze mehr zu geben scheint: Willkommen in Dunkeldeutschland!Angesichts dieser neuen Rechten, die es ja auch in den Reihen der Kirche gibt, stellt sich die Frage: Soll man mit ihnen reden? Und wenn ja: Wie? Kann man das berhaupt in Zeiten von hate speech und fake news? Wie kann es gelingen, rechten Ideologien zu widerstehen und zugleich christliche Alternativen, nichtidentitre Narrative von Heimat anzubieten? Pastorale Orte eines wechselseitigen Erzhlens, an denen das Abenteuer desLebens im existenziell Offenen angstfrei und fehlerfreundlich eingebt werden kann - und zwar ohne rechtes Denken zu verharmlosen oder dessen Sympathisanten zu dmonisieren?Hand auf's Herz: Haben Sie selbst schon einmal mit wirklich Rechten gesprochen? Gegen die zunehmende Tribalisierung unserer Gesellschaft hilft nur eines: Raus aus der milieuspezifischen Selbstbeschrnkung der eigenen Filterblase und hinein in die Gesellschaft. Hin zu denen, die anders denken und fhlen - und mit ihnen sprechen. Face to face. Sie nach ihrer Geschichte fragen und auch die eigene Geschichte erzhlen. Auf Bauchgefhle nicht mit Kopfargumenten reagieren. Mehr Demokratie wagen, oder besser: berhauptDemokratie wagen. Denn man kann eine offene Gesellschaft nicht mit geschlossenem Geist verteidigen. Mit theoretischen Hilfestellungen und praktischen Beispielen lotet dieses Heft entsprechende Bedingungen und Mglichkeiten aus, die eigene Echokammer zu verlassen und rechts-identitres Denken in Kirche und Gesellschaft diskursffnend zu kontern. Also: Verstndnis fr Vergessene oder Paroli den Parolen?