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Der moderne Mensch ist Arbeitsuchender. Um sich auf Arbeitsmarkten gegen Konkurrenz durchzusetzen, bedarf es bestimmter Fahigkeiten. So wird die Bewerbung im 19. Jahrhundert zu einer zentralen Kulturtechnik in modernen Arbeitsgesellschaften: Sie entstand aus der alteren Tradition der Bittschriften und wurde im Lauf der Zeit zu einem Werbeprospekt in eigener Sache. Wo Bewerberinnen und Bewerber sich einst veranlasst sahen, Anstellungsgesuche mit ausufernden Erzhlungen persnlicher Schicksale zu begrnden, da rckten sptere Bewerberinnen und Bewerber ihre Eignungen und Qualifikationen in den Vordergrund, veranschaulicht in ausbildungsbezogenen Lebenslufen. Der Historiker Timo Luks erzhlt nun erstmals die Geschichte der Bewerbung vom spten 18. Jahrhundert bis ins frhe 20. Jahrhundert. Eine Geschichte, die auch von den Vernderungen sozialer Beziehungen erzhlt. Sein Buch, anschaulich und elegant geschrieben, ist reich an Beispielen und gibt dabei vor allem Aufschluss ber die Funktionsweise des Arbeitsmarkts: nicht als abstrakte, makrokonomische Realitt, sondern als Bezugspunkt des tglichen Ringens um ein Auskommen.
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