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Wenn sich der Winter zur dunklen Jahreszeit wandelt und der Schnee gnadenlos fallt, erwachen in den endlosen Waldern Osteuropas uralte Machte, die die Menschen seit Generationen furchten. Miroslav Hruskas Kurzgeschichtenband "e;Der Winter des Tschernobog"e; entfuhrt den Leser in eine Welt, in der das Slawische Mythenerbe auf beklemmende menschliche Realitat trifft. Die sechs Geschichten dieses Bandes sind in einer Welt angesiedelt, in der Aberglaube und Uberleben untrennbar verflochten sind. Hruska schreibt uber Menschen an der au ersten Grenze ihrer Kraft: Dorfbewohner, die in bitterster Kalte auf Hilfe hoffen, Waisen, die gelernt haben, niemandem zu trauen, und Heilerinnen, die zu viele Augen geschlossen haben. Gegen diese erschutternde menschliche Verletzlichkeit stellt der Autor Gestalten aus dem slawischen Sagenschatz allen voran die Baba Jaga, Tschernobog und andere Wesen des Dunkels, die nicht bose sind im simplen Sinne, sondern fremd und unerbittlich wie die Natur selbst. Hruskas Sprache ist prazise und atmospharisch dicht. Er schreibt Kalte, die ins Knochenmark dringt, Stille, die bedrohlicher wirkt als jeder Larm, und menschliche Verbindungen, die unter extremem Druck entstehen und brechen. Die Geschichten verzichten auf einfache Antworten stattdessen stellen sie Fragen uber Schuld, Opfer und den Preis des Uberlebens, die lange nachwirken. Dieser Band ist ein Muss fur alle, die dunkle Literatur schatzen, die im Geiste mitteleuropaischer Folklore verwurzelt ist und dabei zutiefst menschlich bleibt.
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