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Stangneth ist eine glanzende Schreiberin ... und eine elegante Denkerin. DLFWenn die PISA-Studie wieder einmal mit dem Ergebnis Schlagzeilen macht, dass Kinder immer weniger lesen konnen, ist das Geschrei gro . Man konnte beinahe vergessen, was die Gemuter heutzutage doch offenbar viel mehr erschreckt: Leser, die nicht das Richtige lesen oder doch an Bucher geraten, die sie falsch verstehen konnten. In einer Zeit, in der Autoren unberechenbare Leser fast so sehr furchten wie Redaktionen und Verlage jedes verfangliche Wort und sogar uber Beipackzettel fur Klassiker nachdenken, die man nicht einfach umschreiben kann, muss die ketzerische Frage gestellt werden: Wie konnte man je darauf kommen, dass ausgerechnet Lesenkonnen zum Ideal des mundigen Burgers gehort, wenn Bucher so gefahrlich sind, dass sie sogar zum Risiko fur die Demokratie werden konnen? Warum genau hat unsere Kultur so gro en Wert darauf legt, dass Kinder uberhaupt lesen lernen?Genau das fragt die Philosophin Bettina Stangneth und gibt eine uberraschende Antwort: Wir sind nicht ehrlich zueinander, wenn wir vom Lesen sprechen. Statt vor falschen Buchern zu warnen, sollten wir davon erzahlen, was Lesen wirklich ist und wie man jedes Buch mit Gewinn lesen kann. Namlich nicht eingeschuchtert. Sondern vor allem habgierig wie die Philosophen.