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Es gibt Konflikte, deren Bedeutung sich erst im Ruckblick vollstandig entfaltet - die im Moment ihres Geschehens wie militarische Episoden wirken und erst durch das, was nach ihnen entsteht, zu historischen Zasuren werden. Die Perserkriege gehoren zu diesen Ereignissen. Was sich zwischen 490 und 479 v. Chr. an den Kusten und Passen der griechischen Welt abspielte, war kein Zusammenprall zwischen Zivilisation und Barbarei. Es war eine Begegnung zwischen zwei politischen Ordnungen, die unterschiedlicher kaum hatten sein konnen - und deren Unvereinbarkeit die Konturen Europas fur Jahrhunderte pragen sollte. Das Achamenidenreich war kein Werkzeug blinder Gewalt. Seine Verwaltungsstruktur, das System der Satrapien, war eine der ausgereiftesten politischen Erfindungen der Antike - ein Mechanismus, der Vielfalt verwaltete, anstatt sie zu vernichten. Provinzen behielten ihre Sprachen, ihre Gotter, ihre lokalen Rechtstraditionen. Im Gegenzug floss Tribut in die Schatzkammern von Persepolis, und die Prasenz koniglicher Inspektoren sicherte die Loyalitat der Statthalter. Diese Elastizitat machte das Imperium nicht schwach - sie machte es dauerhaft. Was es nicht kannte, war die politische Vorstellung, dass Herrschaft eines Tages legitimiert werden musse durch die Zustimmung derer, die ihr unterworfen waren. Genau dort lag der Riss.
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