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Die Geburt der Moderne aus dem Geist der Kritik - das ist eines der zentralen Themen der Poetikvorlesungen, die Wolfgang Hilbig im Sommersemester 1995 an der Frankfurter Universitat hielt. Es geht ihm nicht allein um die Literaturkritik, die ihn als Schriftsteller naturlich besonders beruhrt, sondern um die Kritik als Motor der Aufklarung und unserer Kultur schlechthin. Doch Hilbig nimmt die Kritik deshalb keineswegs von der Kritik aus: Die Aufklarung begann mit der Kritik an der Religion, und das Bewegungselement dieses Zeitabschnitts griff nach und nach auf alle anderen Bereiche uber und unterwanderte sie; dies dauerte so lange, bis die Kritik schlielich selbst zu einer Art Religion wurde. Um das ganze metaphorisch zu fassen: dem positiven weien Gott der Religion wurde die schwarze Gottheit der Negation entgegengesetzt.Hilbigs Vorlesungen machen den Leser zum Zeugen einer konsequenten Selbstreflexion: Der Autor fragt mit der ihm eigenen Hartnckigkeit und Radikalitt nach dem Sinn und Ziel der Literatur der Moderne. Er schreckt dabei weder vor Zweifeln am eigenen Schreiben noch vor klaren Urteilen ber die Rolle der zeitgenssischen Literaturkritik zurck.
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