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Vorwort Fuhrung ist kein Titel, sondern ein Gesprach. Kein Organigramm, sondern ein Dialog. Kein Privileg, sondern eine Verantwortung. Wer Menschen fuhrt, gestaltet Wirklichkeit, nicht nur mit Entscheidungen, sondern mit Worten. Ein Satz kann Turen offnen, ein anderer sie lautlos schlieen. Ein Blick kann Mut machen, ein Schweigen kann verunsichern. Fuh-rung zeigt sich im Kleinen, lange bevor die groe Strategie sichtbar wird. Viele Fuhrungskrafte investieren viel Zeit in Plane, Prasentationen, Kennzahlen und Prozesse. All das ist wichtig, doch es bleibt wirkungslos, wenn die Kommunikation nicht tragt. Ein kluger Plan verliert Kraft, wenn er unverstandlich erklart wird. Eine gute Idee verpufft, wenn sie ohne Beziehung vermittelt wird. Ein ehrgeiziges Ziel lauft ins Leere, wenn es nicht in Orientierung ubersetzt wird. Wer fuhrt, arbei-tet deshalb immer auch als Ubersetzer. Zwischen Absicht und Wirkung liegt Sprache. Stellen Sie sich einen Montagmorgen vor. Das Team sitzt zusammen, die Stimmung ist mude, die Woche noch ungeschrieben. Die Fuhrungskraft sagt: Wir mussen schneller werden. Alle nicken, niemand fragt nach. Was heit schneller. Weniger Schleifen. Mehr Abschlusse. Kurzere Wege. Jeder versteht et-was anderes, und am Freitag wundert man sich, wa-rum alle aneinander vorbeigearbeitet haben. Das ist Alltag. Und genau dort setzt dieses Buch an. KIKU ladt zu einer anderen Art des Fuhrens ein. Es ist kein starres System, keine neue Mode und keine Sammlung von Schlagworten. KIKU bundelt, was Wirkung erzeugt, in vier einfachen Begriffen, die man nicht vergisst. Klarheit heit, so zu sprechen, dass niemand im Nebel tappt. Interaktion heit, Ge-sprache zu offnen, statt sie zu dominieren. Kontakt heit, Menschen zu sehen, nicht nur Funktionen. Orientierung heit, Richtung und Sinn sichtbar zu machen, auch wenn der Weg noch nicht fertig ist. Aus diesen vier Bausteinen entsteht ein Stil, der an-spruchsvoll ist und zugleich leicht wirkt. Klarheit braucht Mut. Mut, Begriffe zu definieren, Erwartungen auszusprechen und einen Zeitrahmen zu setzen. Interaktion braucht Neugier. Neugier auf die Sicht des anderen, auf blinde Flecken, auf Ideen, die nicht von mir stammen. Kontakt braucht Respekt. Respekt vor der Person, vor ihrer Lage, vor ihrer Leistung und vor ihren Grenzen. Orientierung braucht Verantwortung. Verantwortung dafur, einen Rahmen zu geben, wenn es unubersichtlich wird, und Halt zu geben, wenn es ruckelt. Ein Missverstandnis halt sich hartnackig. Zuhoren sei Zeitverlust, Fragen seien ein Zeichen von Unsi-cherheit, Nahe mache weich. Das Gegenteil ist rich-tig. Zuhoren spart Zeit, weil es Irrwege verhindert. Fragen zeigen Souveranitat, weil sie den Blick wei-ten. Nahe macht klarer, nicht weicher, weil sie Ver-trauen schafft und damit Direktheit erlaubt. Wer den Menschen sieht, kann die Sache deutlicher anspre-chen. KIKU- Horen ist aus der Praxis entstanden. Aus Ge-sprachen in Werkhallen und in Vorstandsraumen, in Verkaufsburos und in Projektrunden. Uberall zeigt sich dasselbe Muster. Wenn Sprache konkret wird, steigt die Verbindlichkeit. KIKU- HOREN in zweierlei Bedeutung: ?? (KIKU), beschreibt zum einen den Akt des Ho-rens als passives Empfangen von Tonen/ Lauten. ?? (KIKU), gleich gesprochen, aber anderes Wort-zeichen, beschreibt das aktive Fragen, also Interak-tion KIKU- Bedeutung im ubertragenen Sinn, als Philosophie, ist in gewisse Hinsicht mit dem griechi-schen Prafix meta"e;, in seiner Bedeutung hinter, uber, zwischen"e; etwas stehend, im Sinne von Me-tabedeutung"e;, vergleichbar.KIKU, die japanische Kunst mit Herz und Ohr zu horen KIKU, die japanische Praxis des tiefen Horens, jenseits von Worten KIKU, die japanische Art, sich respektvoll einzulassen, be-reit fur echte Verbindung
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